Auf dem Weg zum regionalen Strommarkt

Der ILE-Energie-Monitor ist online. Die Online-Plattform gibt anschaulich Auskunft über die Energieflüsse in der Region. In Ruhstorf hat man den Überblick.

Ruhstorf a.d. Rott. Mittwoch, 27. Januar, 14.15 Uhr, die Sonne scheint: 81 Prozent des Stromverbrauchs im gesamten Gebiet der ILE an Rott & Inn werden gerade mit erneuerbaren Energien gedeckt, die in der Region erzeugt wurden. Das zeigt der neu eingerichtete Energie-Monitor der zehn in der ILE zusammengeschlossenen Kommunen an. Kurz vor Weihnachten hat das Bayernwerk den Monitor Online freigeschaltet, demnächst wird auch das neue Mitglied Bad Griesbach integriert.

Einsehbar sind die anschaulichen Diagramme auf der Website der ILE unter www.ile-rott-inn.de. Wer sich durchklickt, erfährt aussagekräftige Zahlen und Werte über Stromverbrauch und Strommix: Die meiste grüne Energie liefern mit Abstand die 6293 Photovoltaik-Anlagen im ILE-Gebiet, auch wenn sie aktuell – teils mit Schnee bedeckt – nur zu 11 Prozent ausgelastet sind. Der zweitstärkste Lieferant von grüner Energie sind die 41 Biogas-Anlagen, die im Moment zu 55 Prozent ausgelastet sind, die im Gegensatz zu den PV-Anlagen Tag und Nacht arbeiten. Es folgen 70 weitere Anlagen, dazu 14 Anlagen mit Wasserkraft, drei Windkraftanlagen und Sonstige.

Dem gegenüber stehen auf der Verbraucher-Seite 7222 Betriebe aus Industrie und Gewerbe, 29.856 private Haushalte und 790 kommunale Anlagen, wovon die Betriebe den weitaus größten Strombedarf haben. Gemessen werden die Werte jede Viertelstunde. Abrufbar sind auch die zurückliegenden Tageswerte von Strommix und Verbrauch: In den vergangenen sieben Tagen lag der Anteil von regional erzeugter Energie bei 40 Prozent des Verbrauchs. Auf 38 Prozent kommt der grüne Strom in der 30-Tage-Rückschau.

Der Markt Ruhstorf a.d. Rott hat schon vor knapp einem Jahr einen eigenen Energie-Monitor installiert. 1. Bürgermeister und ILE-Vorsitzender Andreas Jakob (Foto links) und Geschäftsleiter Manfred Weber  (r.) haben die Anwendung nicht nur auf ihren PCs, sondern auch im Schaufenster des neuen Bürgerinformationszentrums im Blick.

Bürgermeister Andreas Jakob ist begeistert von der Transparenz, die ihm der Energie-Monitor verschafft. „Sie hilft uns, das Bewusstsein für unseren Stromverbrauch und für grüne Energie zu stärken. Unser Ziel ist, dass wir in der ILE einen Großteil unseres Energiebedarfs mit einem regional erzeugten Mix aus erneuerbaren Energien decken können. Wir sind auf dem besten Weg zu einer regionalen Strombörse. Sobald es wieder möglich ist, werden wir interessierte Erzeuger und Verbraucher zu einer 2. Info-Veranstaltung einladen.“