Der Kräutergarten ist fertig

Sonja Oberpeilsteiner setzte das Projekt mit Mitteln aus dem Regionalbudget der ILE um - Mitte Juni wurde der Garten eingeweiht

Neuhaus am Inn. "Wer ohne Kräuter kocht, kann gleich bei Brot und Wasser bleiben", schreibt der österreichische Schriftsteller Otto Basil. Das lässt man sich in Neuhaus am Inn nicht nachsagen: Mit viel ehrenamtlichem Engagement eines Teams um Diplom-Kräuterpädagogin Sonja Oberpeilsteiner und gefördert durch die Integrierte Ländliche Entwicklung an Rott und Inn (ILE) entstand nun ein herrlicher Kräutergarten. Auch die Bauhofmitarbeiter haben in dem Garten am „Haus des Gastes“ kräftig mitgeholfen.

Der Kräutergarten stelle eine Bereicherung für den Ort dar, merkt Bürgermeister Stephan Dorn an. Bei der Anlage des Kräutergartens wurde, wie Sonja Oberpeilsteiner erklärt, Wert auf heimische Kräuter gelegt. Diese gliedern sich in Wildkräuter, wie Beifuß oder Habichtskräuter, und Gewürzkräuter, wie Schnittlauch oder Zitronenmelisse. Eingefriedet ist das Areal mit Akazien-Rundhölzern. Die Kräuter werden noch mit kleinen Schildern, die Sonja Oberpeilsteiner bereits für den Spitzwegerich und den Schwarzen Holunder dabei hatte, versehen, damit sie der Besucher besser erkennen kann.

Der Kräutergarten soll wie es bereits die aufgestellten Ruhebänke andeuten, zu einem Rundgang und zum Verweilen einladen. Aber auch für Kräuterführungen, sei es für Gruppen, Vereine oder Schulkinder, ist dieser Garten eine echte Bereicherung. Eine besondere Attraktion ist der aus Ästen geflochtene Pavillon. An der unteren Seite rundet zum Sportgelände hin ein großer Granittrog das Gelände ab.

Es gibt insgesamt über 1000 Kräuter, die sich in Gewürz-, Heil-, aber auch mediterrane und einheimische Kräuter gliedern. Es war sicherlich die Sorge für die Kranken und die Sorge um die Gesundheit der Menschen, weshalb vor allem in Klöstern Kräutergärten entstanden sind. So verdankt beispielsweise die Klostermedizin ihre Entstehung Benedikt von Nursia, der um das Jahr 527 das Kloster Montecassino gründete und dabei auch Regeln bezüglich der Gartennutzung aufstellte. Im Mittelalter sammelten Mönche und Klosterfrauen Wissen im Umgang mit Pflanzen- und Heilkräutern und deren Heilkräfte. So sind auch heute noch die Abhandlungen der Benediktinerin Hildegard von Bingen bekannt. Viele Menschen legen heute Wert auf frische Kräuter. Das regt viele Gartenbesitzer dazu an, einen eigenen Kräutergarten anzulegen.

Bei der Eröffnung mit Segnung durch Pfarrer Hans Würdinger freute sich Bürgermeister Stephan Dorn über zahlreiche Gäste wie MdL Walter Taubeneder, die stellvertretende Landrätin und Bezirksrätin Cornelia Wasner-Sommer, den Vorsitzenden der Integrierten Ländlichen Entwicklung an Rott und Inn (ILE), Bürgermeister Andreas Jakob, 3. Bürgermeister Uwe Pischl, die Leiterin der Grundschule Neuhaus am Inn, Stefanie Schneider, den Vorsitzenden des Kreisverbandes für Gartenkultur und Landespflege Passau, Josef Hirschenauer, die Vorsitzenden vom Kulturförderverein Neuhaus am Inn, Dr. Josef Sommer und Erich Geiling, Altbürgermeister Josef Schifferer und die Initiatorin für die Errichtung des Kräutergartens, Diplom-Kräuterpädagogin Sonja Oberpeilsteiner.

Der Kräutergarten sei eine echte Bereicherung für die Gemeinde, betonte Dorn. Als wichtig erachtete es Dorn, dass es für diesen Kräutergarten auch ein Konzept für dessen Nutzung durch die Schule und durch die Vereine gebe.
Es war früher sicherlich die Sorge für die Kranken bzw. die Sorge um die Gesundheit der Menschen, die Grund dafür waren, dass vor allem in den Klöstern Kräutergärten entstanden sind. Man nutzte hier die Heilkräfte der Natur, insbesondere die der Kräuter und hielt dieses Wissen auch in Büchern fest. Aus dieser christlichen Tradition heraus entstanden später eben viele Kräutergärten, sagte Dorn.

Neuhaus sei mit dem Kräutergarten ein Stück reicher geworden, stellte Walter Taubeneder fest. Wenn man an Kräuter denke, verbinde man damit unweigerlich die Gesundheit. Und die Gesundheit sei schließlich das Wichtigste, das uns gerade in der Zeit der Coronapandemie einmal mehr vor Augen geführt wurde.

 Die Grüße von Landrat Raimund Kneidinger überbrachte Cornelia Wasner-Sommer. „Ich bin stolz darauf, was hier in meiner Gemeinde und auf Eigeninitiative von Sonja Oberpeilsteiner geschaffen wurde“, betonte sie. Auch sie hob in ihren Worten die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements hervor. Die Kräuter seien ja zwischenzeitlich auch zu Topf- und Balkonpflanzen geworden, stellte sie fest. Dies unterstreiche einmal mehr die Bedeutung von Heil-, Küchen- oder Würzkräutern. „Wir freuen uns über den herrlich gestalteten Platz, an dem man sich auch viele Anregungen holen kann“, merkte sie an.  Text und Foto: Markus Lindmeier