Ein Kräutergarten für Neuhaus a. Inn

Kräuterpädadogin legt einen öffentlichen Garten mit heimischen Sorten an – ILE fördert das Projekt aus dem Regionalbudget

Neuhaus. Auf einer öffentlichen Fläche in Neuhaus sollen bald wilde Kräuter und Gemüsesorten gedeihen.Sonja Oberpeilsteiner (41) legt hinter dem Haus des Gastes unterhalb der Böschung ehrenamtlich einen etwa 200 Quadratmeter großen Kräutergarten mit heimischen Sorten an. Schon bald  wird es hier nach Salbei, Minze und Bohnenkraut duften, und auch die Wildgemüse Topinambur und Pastinaken will Sonja Oberpeilsteiner im Sommer ernten können.  Wer kennt noch Beinwell, Weinraute und Pimpinelle? Wie diese zu bestimmen und zu verwenden sind, kann Sonja Oberpeilsteiner Anwohnern und Urlaubern dann im Kräutergarten vermitteln. Zuerst legt Sonja Oberpeilsteiner einen Weg und Beete an und errichtet  einen kleinen Weidenzaun. Dann werden die selbstgezogenen Pflänzchen eingesetzt.. Unterstützung bekommt sie von ihrem Lebensgefährten und dessen Bruder, die beide in der Stadtgärtnerei Passau arbeiten. Außerdem basteln ihr Vater und ihr Bruder die Beschilderung der Kräuter.  Schwager, der als Stadtgärtner in Passau viel Erfahrung hat. Bei der Pflege bringt sich auch der örtliche Gartenbauverein ein.

Bei Bürgermeister Stephan Dorn rannte Sonja Oberpeilsteiner mit ihrer Idee offene Türen ein. Kurzerhand beantragte er bei der ILE an Rott & Inn eine Förderung aus dem Regionalbudget – und bekam vom Entscheidungsgremium das „Go“. Stephan Dorn sieht im Kräutergarten viel Potential: „Ich könnte mir einen Abend mit einem speziellen Menü mit heimischen Kräutern im Haus des Gastes vorstellen.  Wenn es für einen guten Zweck wäre, würde ich dann auch gerne einen Gang kochen. Ebenso wäre eine Zusammenarbeit mit der nahen Grundschule denkbar. Ich freue mich, dass die Idee von einer Bürgerin geboten wurde.“  Und auch ein Barfußweg ist geplant.

25 Jahre hat Sonja Oberpeilsteiner in der Gastronomie gearbeitet, in allen möglichen Positionen vom Lehrling bishin zur Restaurantleiterin. Als Ausgleich zum fordernden Alltag absolvierte sie ab 2018 in Linz eine zweijährige Ausbildung zur Diplom-Kräuterpädagogin. Mittlerweile hat sie der Gastronomie den Rücken gekehrt – und einen neuen Beruf. Vormittags unterstützt sie eine gehandicapte Lehrerin beim Unterrichten. Nachmittags kümmert sie sich um ihre Pflänzchen – und bietet nebenberuflich Kräuterführungen im Gemeindegebiet an. Letztes Jahr kam ihr die Idee, für die Gemeinde einen Kräutergarten im Ortskern anzulegen. „Dann kann ich barrierefrei auch ältere oder eher gemütliche Leute an die Wildkräuter, ihre Wirkungsweise, Verwendung und Verarbeitungsmöglichkeiten heranführen“, erklärt Sonja Oberpeilsteiner ihre Motivation. Eine gewöhnliche Kräuterwanderung dauert immerhin eineinhalb Stunden. Außerdem könnte sich der Wirt vom Haus des Gastes hier mit frischen Kräutern für seine Küche versorgen. Und sobald die Pflanzen gut angewachsen sind, sind auch weitere Kräuterfans „zugelassen“. 

Früher, Sonja Oberpeilsteiner ist zu jung, um sich daran zu erinnern, befand sich auf der Wiese zwischen Haus des Gastes und Innlände einmal ein Minigolf-Platz. Jetzt wird die Fläche auf neue Weise wieder generationenübergreifend belebt. Und die Bienen und Schmetterlinge freuen sich auch.