Herzensangelegenheit ILE

Bei ihrer Strategieklausur legten die Bürgermeister ihre nächsten Schritte fest. Die positive Entwicklung im Verbund ist ihnen ein Herzensanliegen.

Die Corona-Krise hat viele negative Folgen, doch sie zeigte auch, dass in den Gemeindeverwaltungen viele Ressourcen vorhanden sind, um komplexe Probleme zu lösen. Bei der 5. Strategie-Klausur der ILE an Rott & Inn Ende Juli im Seminarhotel Wesenufer (OÖ) haben die zehn Bürgermeister und ihre Geschäftsleiter von Improvisationsvermögen und Kollegialität in den Rathäusern berichtet, von Solidarität unter den Bürgern und erstaunlich viel Nachbarschaftshilfe.

Digitalisierung elementar wichtig
In der Klausur fassten die ILE-Mitglieder mit ILE-Managerin und Moderatorin Dr. Ursula Diepolder ihre wertvollsten Erkenntnisse aus der ersten Corona-Phase zusammen: Digitalisierung ist elementar wichtig und einer der zu berücksichtigenden Megatrends dieses Jahrhunderts. Die Kommunen können sich auf ihre MitarbeiterInnen verlassen. Eine gute Kommunikationsstrategie ist in der Krise wichtiger denn je. Die Kommunen sind gefordert, die „Kollateralschäden“ im Gastrogewerbe, im Einzelhandel und bei den Künstlern möglichst gering zu halten. Es ist ein verstärktes Bewusstsein für globale Abhängigkeiten und fragile, globale Verflechtungen entstanden. Diese Erkenntnisse haben die zehn ILE-Bürgermeister in ihrer konstruktiven Zusammenarbeit bestätigt. Positiv gestimmt fokussierten sie sich auf ihre Ziele und Projekte für die kommenden zwei Jahre. Zunächst jedoch schauten sie zurück auf ihre Arbeit seit 2019.

Die ILE ist vielen eine Herzensangelgenheit
Mit der guten Arbeitsatmosphäre und dem planvollen Vorgehen sind alle sehr zufrieden. Manche sprachen von der ILE als ihrer „Herzensangelegenheit“ – und begeisterten auch die im Mai neu gewählten Bürgermeister Stephan Dorn (Neuhaus a. Inn), Günter Straußberger (Rotthalmünster) und Tobias Kurz (Bad Füssing) für die Zusammenarbeit. Die ILE bringe einen großen Mehrwert, waren sich alle einig. „Hinter den Kulissen“ profitieren alle vom persönlichen Kontakt, von Wissensaustausch und der Arbeitsteilung. Öffentlich sichtbar sei der Mehrwert im 2019 ausgeschilderten Saurüssel-Radweg, in der gemeinsamen Ferienbetreuung und in den Initiativen zur Etablierung einer regionalen Strombörse. „Der Zusammenhalt ist spürbar. Ich finde es bemerkenswert, wie beharrlich wir zusammen an den Themen arbeiten und wie professionell wir inhaltlich dabei begleitet werden, zum Beispiel beim Vitalitätscheck“, stellte ILE-Vorsitzender Andreas Jakob fest.

Ärztliche Versorgung essenziell
Besonders am Herzen liegen den ILE-Bürgermeistern die ärztliche Versorgung auf dem Land (Federführung Rotthalmünster und Neuhaus) sowie die gemeinsame Klärschlammverwertung, die Energieberatung und der Aufbau eines regionalen Strommarktes (Federführung Pocking, Ruhstorf, Kößlarn). Als essenziell betrachten die Bürgermeister zudem, die Trinkwasserversorgung sicherzustellen. Die hier federführenden Kommunen Kößlarn, Malching und Ruhstorf wollen für den Fall von Wassernot prüfen, wie man Einzelgehöfte an das Leitungssystem anschließen kann.

 Im Handlungsfeld Tourismus treiben Bad Füssing und Kirchham die touristische Vermarktung in Verbindung mit dem Ausbau der A94 voran.

Exkursion führte nach Spiegelau
Neuburg, Neuhaus und Tettenweis engagieren sich für eine noch engere Zusammenarbeit der Verwaltungen und für die Digitalisierung. Hierzu hat eine Abordnung um Bürgermeister Stephan Dorn Ende September die Kommune Spiegelau besucht und sich von dem Modell-Projekt „Digitales Dorf“ inspirieren lassen. Die gewonnenen Erkenntnisse brachte die Abordnung tags drauf in die 14. Beteiligten-Versammlung ein, woraufhin die ganze Bürgermeister-Runde beschloss, die Digitalisierung intensiv und gemeinsam voranzutreiben.

 Außerdem streben die ILE-Mitglieder an, sich mit einer pressefachlichen Begleitung zu verstärken sowie einen Energieberater mit ins Boot zu holen. Dass ein solcher gebraucht wird, war zuvor auf der Bürgerinformationsveranstaltung der ILE zum Thema Energie klar geworden.