Kreativ-Ort für Künstler

Das Regionalbudget macht`s möglich: Graf Moritz Esterházy schuf in ehemaligem Sudhaus ein Domizil für wechselnde Maler und Bildhauer.

Die räumlichen Ebenen in der ehemaligen Schlossbrauerei Pillham sind kaum zu zählen. Die Grundfläche wird auf 100 Quadratmeter geschätzt. Auch nach oben ist Luft: die maximale Raumhöhe beläuft sich auf sieben Meter. Mit einer Förderung aus dem Regionalbudget der ILE hat Graf Moritz Esterházy de Galantha das ehemalige Sudhaus so umgestaltet und eingerichtet, dass sich bildende Künstler dort frei entfalten können.

Keine thematischen Vorgaben für Künstler
Drei Mal im Jahr sollen ausgewählte Maler oder Bildhauer dort für zwei Monate mietfrei arbeiten und wohnen können, ohne Gestaltungszwang und thematische Vorgaben. „Artists-in-Residence“ nennt Esterházy das Projekt, zu dem nun auch der Verein „Freundeskreis der ehemaligen Schlossbrauerei Pillham“ gegründet wurde. Eine dreiköpfige Jury, darunter Hubert Huber, Geschäftsführer des Verbands Bildender Künstler in Niederbayern, wird einem Auswahlgremium angehören, das aus Vorschlägen international renommierter Kulturschaffender drei Stipendiaten pro Jahr auswählt.

Familie Esterházy wünscht sich Austausch und Lebendigkeit
Mit dem Artists-in-Residence-Programm und wechselnden Künstlern will Moritz Esterházy (Foto)  für Austausch und Lebendigkeit sorgen. „Ich will schauen, was man im ländlichen Niederbayern aufziehen kann. In der Stadt hat man Theater, Kunst und Kultur stets um sich. Wenn ich auf dem Land lebe, hole ich mir die lustigen Leute eben hierher“, sagt Moritz Esterházy. Vor 60 Jahren hatte seine Großmutter das Schloss Pillham geerbt und damit auch die Brauerei übernommen. In den 70er Jahren wurde diese von der Löwenbrauerei Passau aufgekauft und danach stillgelegt. 20 Jahre stand der Industriebau leer, „die Bäume wuchsen aus den Fenstern“, erinnert sich Moritz Esterházy. In den 90er Jahren begannen seine Eltern mit der Renovierung und der Schaffung von Wohnraum. Ein Teil war immer an Künstler vermietet.