Sie haben ganz schön Tempo drauf

Zehn Gemeinden reflektierten in Klausur-Tagung über gelungenen ILE-Start und entwickeln Strategie 2019/2020

Wesenufer (OÖ)/Rotthalmünster.  Türen zu und Konzentration: Eineinhalb Tage lang haben sich die Bürgermeister und einige Geschäftsleiter der Integrierten Ländlichen Entwicklung an Rott & Inn (ILE) zurückgezogen, um über die Startphase ihrer gemeindeübergreifenden Kooperation zu reflektieren – und zu überlegen, wie sie weitermachen wollen. In ihrer Klausur im Seminarhotel Wesenufer (OÖ) wurde schnell deutlich: Das Tempo, in dem sie ihre Projekte vorantreiben, ist außerordentlich hoch. Die Arbeitsweise der zehn Mitgliedsgemeinden ist effektiv, das Teamwork harmonisch, der Umgang partnerschaftlich und offen.

Was in der Startphase gut lief
Als gelungene Startprojekte bezeichneten die insgesamt 19 Gemeindevertreter vor allem die seit Herbst 2018 initiierten Bauhofleiter-Treffen, die gemeinsame Ferienbetreuung in den Sommer- (2018) und Osterferien (2019), den intensiven Info-Austausch zur Klärschlammverwertung und die Aktionen, die den gemeindeübergreifenden Saurüssel-Radweg betreffen. Dieser wird am 21. Juli 2019 offiziell eingeweiht. Weiterhin lobten die Bürgermeister die Arbeit von ILE-Vorsitzendem Franz Schönmoser und das engagierte Management von Dr. Ursula Diepolder, welche die Strategie-Klausur organisierte und moderierte.

Optimierungen angestrebt
Etwas schwieriger fanden alle die Aufgabe, Reibungsverluste zu nennen. Die wenigen Punkte, die man ausmachte, wurden sofort in Optimierungs-Ideen umgewandelt. Unter anderem wollen die Bürgermeister ihre Gemeinderäte und Bürger noch besser darüber informieren, welche Synergie-Effekte und messbaren Geldeinsparungen die ILE mit sich bringt. Geplant sind zukünftig auch interkommunale Ratssitzungen – gerade wenn Weichenstellungen anstehen.

Fazit zur Messe „ausblick 19“
Mit dem Messe-Auftritt auf der „ausblick 19“ in Ruhstorf an der Rott waren die ILE-Mitglieder durchwegs zufrieden. „Unser Stand war der auffälligste, optisch gut gemacht, weitläufig angelegt. Durch das Thema Saurüsselweg, die Hochradfahrer und die Einradfahrer vom „Zirkus Hui“ waren wir innerhalb und außerhalb des Zeltes sichtbar“, so das Fazit. Verbesserungsmöglichkeiten wurden notiert, denn: Bei der „ausblick 21“ will die ILE wieder dabei sein – und zwar mit den Schwerpunkten Landwirtschaft & Verbraucher, Blühflächen & Direktvermarkter.

Die wichtigsten Projekte
Aus einer großen Fülle von 18 Projekt-Ideen wählten die Bürgermeister vier aus, die sie verstärkt in den Fokus nahmen und durchplanten:

1. Das im März ´19 begonnene Dialogforum mit den Landwirten soll spätestens im 4. Quartal weitergeführt werden und sich u.a. mit den Themen Starkregen, Hochwasserschutz und Artenschutz befassen.

2. Alle ILE-Ortschaften mit mehr als 50 Einwohnern werden ab dem 3. Quartal einem „Vitalitäts-Check“ unterzogen. Das heißt, die Gemeinden befragen Immobilien-Eigentümer zu ihren leerstehenden Häusern und weiteren Plänen. Mithilfe dieser Informationen soll binnen eines Jahres für das ILE-Gebiet eine Datenbank entstehen. Ziel des Vitalitäts-Checks ist es, Leerständen entgegen zu wirken und die Bürgerschaft auf den Handlungsbedarf aufmerksam zu machen, damit Ortskerne belebt bleiben oder wieder belebt werden.

3. Um eine regionale Wertschöpfung im Energie-Sektor aufzubauen, wollen die Bürgermeister ein ILE-weites Energie-Konzept in Auftrag geben.

4. Die ILE will künftig Klärschlamm, der bisher auf landwirtschaftliche Flächen ausgebracht wird, anderweitig energiebringend verwerten. Derzeit schaffen die Bürgermeister im Verbund die Voraussetzungen, um den Schlamm zu entwässern, die Trockenmasse zu pressen und den entstandenen Rohstoff verbrennen zu lassen, um damit Wärme und Strom zu produzieren.

Und wie zufrieden waren die Gemeindevertreter mit ihrer Klausur, wollte die Moderatorin am Ende der Veranstaltung wissen. „Sehr“ – so die Rückmeldung aller. Konkret wurden genannt: „Wir haben unter der Vielzahl von Zielen, die wir uns im Herbst 2018 vorgenommen haben, ausgesiebt, unsere Schwerpunkte für 2019/2020 gelegt und eine Richtungsweisung erarbeitet“; „Wir kommen auf konkrete Projekte, die uns in den Kommunen voranbringen“, „Trotz Arbeitsbelastung jeder Kommune sind alle mit Interesse dabei“. Und: „Der Begriff ILE hat sich mit Leben gefüllt.“

Alle waren sich einig, dass das konzentrierte Arbeiten in der Klausur für die Sache und im Zwischenmenschlichen viel bringt. Daher wurde die nächste Strategie-Klausur schon für das 1. Halbjahr 2020 geplant.