Wie man den Boden vor Erosion schützen kann

Maximilian Frank informiert ILE über Projekt – Gespräch mit Landwirten geplant

Auch wenn der letzte Sommer ungewöhnlich heiß und trocken war: Die Starkregenereignisse der vergangenen Jahre sind nicht vergessen. Sie verwüsteten Straßenzüge, verschlammten Gewässer und spülten hochwertigen Ackerboden hinweg. Dem will die Integrierte Ländliche Entwicklung an Rott & Inn (ILE) entgegenwirken. Dem kommunalen Zusammenschluss ist es ein Anliegen, die Haupt-, Neben- und Zuerwerbslandwirte zu erhalten und deren Böden zu sichern. Deshalb ließen sie sich in ihrer 8. Beteiligtenversammlung im Rathaus von Bad Füssing unverbindlich über das Projekt boden:ständig vom Amt für Ländliche Entwicklung informieren.

Dieses zielt darauf ab, in enger Kooperation mit den Landwirten die Landbewirtschaftung an erosionsgefährdeten Bereichen dahingehend zu verändern, dass abfließendes Regenwasser gebremst und gezielt geleitet wird. Projektbetreuer Maximilian Frank erklärte, es würden für die jeweiligen Brennpunkte individuelle Lösungen gesucht – mit überschaubarem Flächenbedarf, geringem Aufwand, geringen Kosten – und mit Förderungen bis zu 75 Prozent.

Die wichtigste Voraussetzung für die Teilnahme sei die Freiwilligkeit aller Beteiligten, betonte Maximilian Frank. „Es geht nur miteinander, ich bin gegen Vorschriften“, bekräftige ILE-Vorsitzender Franz Schönmoser, der selbst Landwirt ist. Dagegen stellte Bad Füssings Bürgermeister Alois Brunndobler in Frage, ob man mit der Freiwilligkeit weit komme. Die Negativ-Erfahrung beim KULAP habe ihn geprägt. „Ich sehe das nicht so extrem, bei uns ist viel auf Basis der Freiwilligkeit passiert“, erklärte Josef Schifferer, Bürgermeister von Neuhaus am Inn. Auch die Bürgermeister von Pocking, Malching, Ruhstorf, Neuburg am Inn, Rotthalmünster, Tettenweis und Kößlarn fanden das Projekt boden:ständig interessant. Sie beschlossen, bei dem am 21. März geplanten Dialogforum von Kommunen und Landwirtschaft die Ortsobmänner und Ortsbäuerinnen aus dem Einzugsbereich der ILE auf das Projekt „boden:ständig“ aufmerksam zu machen. Gemeinsam könne man sich daran machen, das Thema „Erosion fruchtbarer Ackerböden“ bei Starkregenereignissen anzugehen.
ILE-Managerin Dr. Ursula Diepolder fragte auf der Versammlung auch die Stimmung zu bestimmten Projektideen im Handlungsfeld „Energie“ ab. Ein paar Tage zuvor hatten sich die Bürgermeister umfassend zu verschiedenen Themen informiert und ausgetauscht. Einig waren sich alle über die Bauherrensprechtage, die in allen 10 ILE-Kommunen eingeführt werden sollen. Die Klimaschutzexperten vom Landratsamt Passau werden in regelmäßigen Abständen die Rathäuser besuchen und Interessierte zu nachhaltigem, energieeffizientem Bauen und Sanieren beraten. Einige Bürgermeister sehen auch Potenziale im Aufbau eines regionalen Strommarkts, in energieautarken Kläranlagen und Pumpstationen sowie in der Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED, sofern noch nicht erfolgt. Die ILE-Mitglieder vereinbarten, im Handlungsfeld „Energie“ eng mit dem Technologiezentrum Energie Ruhstorf (TZE) weiter zu arbeiten. Ursula Diepolder wird sich im Austausch mit Klimaschutzmanager Peter Ranzinger und Dr. Reiner Schwaiberger (TZE) um Folgetermine bemühen, um die Themen voranzubringen.