Digitale Anschlagtafeln, Headsets & Apps

ILE an Rott & Inn setzt Digitalisierungsstrategie schrittweise um

Pocking.  Die ILE an Rott & Inn wird schrittweise digitaler, das ging aus der 19. Beteiligtenversammlung in der Stadthalle Pocking hervor. Stephan Dorn (Foto), Bürgermeister von Neuhaus a. Inn und in der ILE federführend im Bereich Digitalisierung, stellte kurz die bereits umgesetzten Projekte vor. Die beschlossenen Headsets für Kommunen sind angeschafft. Die ITler aus den Verwaltungen kommen zu Netzwerktreffen zusammen, um Synergien auszuloten. Die aus dem Regionalbudget geförderten Schatzkästchen-Videos sind online und auf der Webseite bzw. der Facebookseite der ILE abzurufen. Nun will Bürgermeister Dorn einen nächsten Schritt gehen und regt an, in der ILE bestimmte Apps für Rathäuser, Kindertagesstätten, Schulen und Vereine anzuschaffen. Dazu will Dorn seinen Bürgermeister-Kollegen eine Liste mit Links zu verschiedenen existierenden Apps schicken, damit sich die Rathaus-Oberhäupter ein Bild über das aktuelle Angebot machen und überlegen können, was für ihre Kommune und für die ILE sinnvoll wäre. Die vom Technologiecampus Grafenau erarbeitete Digitalisierungsstrategie, nach der Dorn vorgeht, wurde gefördert aus dem Regionalbudget 2021.  

LEADER-Förderung für digitale Anzeigen in Aussicht
Einige ILE-Kommunen wollen in ihren Rathäusern und an weiteren frequentierten Stellen digitale Anschlagtafeln einrichten. Insgesamt werden in der ILE rund 20 Exemplare gewünscht, wie eine erste Umfrage unter den Bürgermeistern ergab. Bei einem Sondierungsgespräch im Oktober stellten zwei Hersteller der ILE verschiedene Varianten vor. ILE-Managerin Dr. Ursula Diepolder erkundigte sich an mehreren Stellen über Fördermöglichkeiten. Ihre Anfrage bei Niederbayerns LEADER-Koordinator Dr. Eberhard Pex ergab, dass digitale Anschlagtafeln für zu 60 Prozent über den EU-Fördertopf LEADER bezuschusst werden können. Auf der Beteiligtenversammlung in Pocking haben die ILE-Bürgermeister nun beschlossen, einen Förderantrag vorzubereiten.

Bad Füssing ist "Smarte Gemeinde"
Gefördert wird  im Detail die ILE-Gemeinde Bad Füssing. Sie konnte als eine von zehn bayerischen Kommunen im Wettbewerb „Smarte Gemeinde — auf dem Weg in die digitale Zukunft“ überzeugen. Das heißt, sie wird in ihrer Digitalisierungsstrategie vom Technologiecampus Grafenau und der Verwaltung für Ländliche Entwicklung in Bayern ein Jahr lang unterstützt, gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Mögliche Umsetzungsmaßnahmen reichen von der Einführung digitaler Anwendungen (z.B. RathausApp, VereinsApp) über die Durchführung von Schulungen zur Medienkompetenz bis hin zur Einrichtung eines Coworking-Space oder der Live-Gottesdienst-Übertragung.

Digitale Schritte in den Verwaltungen
Ein weiteres digitales Thema war die mögliche Zusammenarbeit mit der Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB). Bereits im November hatte ein DKB-Vertriebsberater die einzelnen Dienste für Verwaltungen interessierten ILE-Bürgermeistern, Geschäftsführern und IT-Mitarbeitern vorgestellt und Fachfragen aus der Runde beantwortet. Eine Umfrage in den ILE-Verwaltungen ergab, dass es nur in den allerwenigsten Kommunen Mitarbeiter gibt, die sich in Vollzeit ausschließlich um die IT der Verwaltung kümmern. Für viele der damit Betrauten ist die IT-Verantwortung eine teils überfordernde Zusatzaufgabe. Auf einem nächsten Treffen der EDV- und IT-Akteure der ILE sollen Lösungsvorschläge erarbeitet werden, über die Bürgermeister in ihrer nächsten Beteiligtenversammlung beraten wollen.

Tourismus und Ortskernbelebung
Im Handlungsfeld Tourismus und Öffentlichkeitsarbeit ist geplant, die 2021 gedruckte Wanderkarte auch virtuell zur Verfügung zu stellen. Außerdem werden zwei neue Rollups mit der ILE-Landkarte in Auftrag gegeben, in die das neue Mitglied Bad Griesbach integriert wird. Unterstützt wird Bad Griesbach auch bei der Daten-Aktualisierung für den laufenden Vitalitätscheck. Von dessen Ergebnissen versprechen sich die Kommunen Empfehlungen zur Belebung ihrer Ortskerne und zur Sicherung der Infrastruktur. Demnächst will die beauftragte Agentur Fruhmann & Partner die Ergebnisse für alle elf Kommunen vorlegen. Danach können gezielt Maßnahmen in Angriff genommen werden.