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„Eigenverbrauch, Eigenverbrauch!"

ILE an Rott & Inn organisierte virtuellen Vortrag für Erzeuger Erneuerbarer Energien – Kleine Anlagen können doch weiterlaufen – Infoabende für Betreiber größerer Anlagen in Planung

Die elf Kommunen der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) an Rott & Inn wollen in den nächsten Jahren einen sehr hohen Eigenversorgungsgrad mit Erneuerbaren Energien erreichen – möglichst mit Strom, der in der Region erzeugt wurde. Sie wollen damit vermeiden, dass private Erzeuger Erneuerbarer Energien ihre Anlagen abschalten, wenn nach 20 Jahren die Einspeisevergütung aus dem EEG wegfällt. Warum sollten die EE-Erzeuger das tun? „Weil der am Markt bezahlte Strompreis ohne Subventionen sehr gering ist und diverse Nachrüstungen in Punkto Messtechnik teuer werden“, erklärt ILE-Energieberater Josef Pauli. Um privaten und gewerblichen Anlagenbetreibern Perspektiven aufzuzeigen, hatten Kößlarns Bürgermeister Willi Lindner und ILE-Managerin Dr. Ursula Diepolder vergangenen Mittwoch erstmals zu einem Online-Informationsabend speziell für Betreiber von Anlagen bis zu 30 KWp eingeladen. Rund 20 Bürgerinnen und Bürger nahmen daran teil – und waren begeistert von den praxisnahen Tipps, die ihnen Energieberater Pauli geben konnte. „Für mich sind alle aktuellen Fragen jetzt geklärt. Ich hoffe auf die zukünftige regionale Strombörse“, so die Rückmeldung eines der Teilnehmer.

Die gute Nachricht von Josef Pauli vorab: Bei der Nachbesserung des EEG-Gesetztes, das zum 1. Januar 2021 in Kraft trat, hat sich im Vergleich zum Entwurf im Herbst 2020 für kleine Anlagen Vieles zum Positiven entwickelt. Zum Beispiel muss ein EE-Erzeuger, dessen Anlage unter 30 kWh liegt und pro Jahr nicht mehr als 30.000 kWh erzeugt, keine Umlage mehr bezahlen, wenn er seinen Strom selbst verbraucht und Überschüsse ins Netz einspeist. „Es muss also keine Kleinanlage, die in den nächsten Jahren ausläuft, abgeschaltet werden“, betonte Josef Pauli.  Dabei handle es sich um eine Übergangsregelung bis zum Jahr 2027. Sie solle verhindern, dass die Betreiber kleinerer Anlagen (unter 100kWp) ihre Anlagen abschalten, weil sich die Einspeisung ihrer geringen Strommengen im Vergleich zu größeren Anlagen nicht rentiert. „Damit sind die kleinen Anlagen gesichert“, sagt Kößlarns Bürgermeister Willi Lindner, „wir haben viele kleine Anlagen in der Region. Wenn wir uns zu einem regionalen Strommarkt zusammenschließen, können wir uns von großen Energiekonzernen und umstrittenen Stromtrassen unabhängiger machen. Das ist unser Ziel für die ILE.“

Kernaussagen des Energieberaters:

  • Wenn eine EE-Anlage aus dem EEG herausfällt, braucht der Eigentümer ein geeignetes Messkonzept. Der Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft e.V (VBEW) hat einen Katalog von Messkonzepten erstellt, aus denen man auswählen kann. Das Messkonzept legt fest, wie viele und welche Zähler man für seine EE-Anlage installiert. Die Zukunft liegt im Einbau digitaler Mess-Systeme, bzw. Intelligenter Messeinrichtungen (IM; erforderlich für die Direktvermarktung). Bei der Wahl eines geeigneten Messkonzeptes gilt es, Anlagenkonstellation, Anlagendimension und Verbrauchsstruktur im Einzelfall betrachten. Ein Experte mit Fachkompetenz kann die komplexe Thematik aus Netzbetreibersicht, Messstellenbetreibersicht und Kundensicht am besten beurteilen.
  • Die rentabelste Variante für Betreiber kleiner Anlagen ist, selbst so viel eigenen Strom zu verbrauen wie möglich. Der Preis beim Stromverkauf wird beim aktuellen Marktwert zwischen 4 und 5 ct/kWh liegen. Jeder, der derzeit seine Stromrechnungen ansieht, weiß, wieviel mehr er pro Kilowattstunde an die Stromlieferanten zahlen muss. Deshalb: Eigenverbrauch, Eigenverbrauch, Eigenverbrauch.
  • Alternativen zum Eigenverbrauch könnten sein, dem Nachbarn Strom anzubieten, E-Autos und E-Bikes aufzuladen oder über den Tagesverlauf hinweg einen Warmwasser-Speicher für die Nacht aufzuheizen.

ILE-Energieberater Josef Pauli hält auch für Betreiber größerer Anlagen Informationen bereit. Wer Interesse hat, kostenlos an einem maßgeschneiderten Abend teilzunehmen, meldet sich bei natalie.dideruhstorf.de.

 

 

 

 

 

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Integrierte Ländliche Entwicklung an Rott & Inn

Im Dezember 2016 haben sich zehn Kommunen aus dem südlichen Landkreis Passau (Bad Füssing, Kirchham, Kößlarn, Malching, Pocking, Neuburg am Inn, Neuhaus am Inn, Rotthalmünster, Ruhstorf a.d. Rott und Tettenweis) zur Kooperation "Integrierte Ländliche Entwicklung ILE an Rott & Inn zusammengeschlossen." Geografisch verbunden sind sie durch die namensgebenden Flüsse Rott und Inn, beraten und gefördert werden sie vom Amt für Ländliche Entwicklung in Landau a.d. Isar.Gemeinsam treiben sie die Entwicklung in ihrer Region nachhaltig und zukunftsweisend voran. Grundlage ihres abgestimmten Handelns ist das "Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept" (ILEK), das Dr. Ursula Diepolder & Dieter Spörl im Jahr 2017 erstellt haben. Den Vorsitz der ILE hat seit Mai 2020 1. Bürgermeister Andreas Jakob aus Ruhstorf a.d. Rott, 2. Vorsitzender ist 1. Bürgermeister Willi Lindner aus Kößlarn. Im Dezember 2020 nahm die ILE die Stadt Bad Griesbach als elftes Mitglied auf. Die elf Bürgermeister und ihre Geschäftsführer treffen sich regelmäßig zu Beteiligtenversammlungen. Das Management hat die Regionalemanagerin Dr. Ursula Diepolder aus Hohenau (Schönbrunn am Lusen) übernommen. Erfahren Sie hier mehr über die wichtigsten Handlungsfelder.